Renault 4 / 4L: Geschichte, Technik, Varianten & mieten in Groningen
Jan 4, 2026 • 23 Minuten Lesezeit
Renault 4: Geschichte, Technik, Versionen & Tipps
Renault 4: Kompletter Leitfaden + Renault 4 mieten in Groningen
Sieht man den Renault-4-Oldtimer heute neben einem modernen Fiat 500 stehen, kann man sich kaum vorstellen, wie viel Platz der Renault 4 tatsächlich bietet. Robust, geräumig und preiswert. Deshalb war der Renault 4 bis vor etwa 30 Jahren an nahezu jeder Straßenecke zu finden. Viele Eltern der heutigen Vierzig- und Fünfzigjährigen haben ihn lange Zeit als Familienauto gefahren.
Der Renault 4 ist ohne Zweifel eines der größten Ikonen der Automobilgeschichte. Mit mehr als 8 Millionen gebauten Exemplaren (1961–1992, mit Weiterproduktion bis 1994), gefertigt in zahlreichen Ländern, war die „Quatrelle“ (oder „4L“) weit mehr als nur ein günstiger Kleinwagen. Sie war ein soziales Phänomen, ein Arbeitstier, ein Symbol der Freiheit und einer der ersten in Großserie produzierten Hatchbacks. Möchten Sie dieses Gefühl noch einmal erleben oder Ihren Vater oder Ihre Mutter auf eine echte „Reise in die Erinnerung“ mit diesem Klassiker mitnehmen? Bei Tonny’s Classic Drive können Sie den Renault-4-Oldtimer in Groningen mieten. Vielleicht macht es Ihnen auch Spaß, die gesamte Oldtimerflotte anzusehen. Wir haben den Renault 4 in drei Farben, und alle drei verfügen über ein großes Faltdach, das sich mit einer einfachen Handbewegung öffnen und schließen lässt. So genießen Fahrer, Beifahrer und auch die Passagiere auf der Rückbank beim Mieten des Fahrzeugs Sonne und frische Luft. Zudem bieten wir wunderschöne Routen an, die Sie zu einzigartigen Orten in Groningen führen. Folgen Sie unserem YouTube-Kanal für weitere Videos rund um die Renault-4-Vermietung.
Warum der Renault 4 etwas Besonderes ist
Der Renault 4 überbrückte soziale Klassen auf eine Weise, wie es nur wenige andere Autos geschafft haben. Von Arbeitern bis Intellektuellen, von Bauern bis Stadtbewohnern – jeder fand etwas in ihm. Diese Universalität entstand nicht zufällig, sondern war von Beginn an das erklärte Ziel des Generaldirektors Pierre Dreyfus. In diesem Artikel:
- Warum der R4 zum ersten Volks-Hatchback wurde und wie Pierre Dreyfus’ „Blue-Jeans-Philosophie“ die Automobilindustrie veränderte;
- Welche Version am besten passt: TL für Authentizität, GTL für längere Fahrten oder eine der seltenen Varianten;
- Was man beim Fahren bemerkt: vom Schalthebel im Armaturenbrett bis zum Fahrerlebnis auf nordniederländischen Straßen.
Bei Tonny’s Classic Drive haben wir drei Exemplare in unserer Flotte: einen roten GTL, einen grünen TL und einen weißen TL. Sehr häufig werden diese Autos gemietet, um einen Tag lang gemeinsam mit Vater und/oder Mutter zu touren. Eine Reise zurück in die Zeit – vielleicht das schönste Geschenk, das man seinen Eltern machen kann. Haben Sie aber auch schon einmal daran gedacht, den Renault 4 als Hochzeitsauto zu mieten? Bei uns können Sie wunderschöne Hochzeitsautos in Groningen mieten.
Entstehung: Dreyfus, der 2CV und das „Blue-Jeans-Auto“-Konzept (1956–1961)
Im Schatten des Citroën 2CV
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Renault 4CV (1947–1961) ein enormer Erfolg: mehr als 1,1 Millionen Exemplare. Dennoch erkannte Generaldirektor Pierre Dreyfus bereits Mitte der 1950er-Jahre, dass der 4CV seine beste Zeit hinter sich hatte. Der wichtigste Konkurrent war nicht der Volkswagen Käfer, sondern der Citroën 2CV, der seit 1948 das Landleben dominierte. Der 2CV war günstiger in Anschaffung und Unterhalt, extrem robust und praktischer. Mit umgeklappter oder ausgebauter Rückbank ließ sich nahezu alles transportieren. Dreyfus wollte ein Auto, das sowohl Stadt als auch Land bedienen konnte, für Frauen und Männer geeignet war und moderner sowie praktischer als der 2CV – ohne deutlich teurer zu sein.
Projekt 350 und Projekt 112
Das Projekt begann 1956 unter dem internen Codenamen „350“. Manche sagen, dies habe sich auf ein Zielgewicht von 350 kg bezogen, andere auf ein Preisziel von etwa 350.000 alten Francs. Die Wahrheit? Wir wissen es nicht mit Sicherheit. Später wurde es zu „Projekt 112“.
Die „Voiture-Blue-Jeans“-Philosophie
Was ist das „Blue-Jeans-Auto“? Pierre Dreyfus wollte ein Auto, das genauso universell, zeitlos, praktisch und „klassenlos“ ist wie eine Jeans. Jeder sollte es tragen können. Oder fahren. Diese Metapher wurde zum Kern des Entwicklungsprozesses und ist bis heute eine perfekte Beschreibung des Renault 4.
Die revolutionären Anforderungen
Die Entwicklung dauerte fünf Jahre und umfasste zahlreiche Prototypen. Dreyfus stellte Anforderungen, die für ein erschwingliches Auto revolutionär waren:
- Vollkommen ebener Fahrzeugboden (also kein Kardantunnel)
- Große Heckklappe (fünfte Tür) für maximalen Ladekomfort
- Unabhängige Radaufhängung mit außergewöhnlich großem Federweg
- Sehr geringe Wartungskosten (keine Schmierstellen, geschlossenes Kühlsystem)
- Preis unter dem des 2CV bei Markteinführung
Technik des Renault 4 erklärt
Frontantrieb mit longitudinaler Motoranordnung
Der Renault 4 bekam eine längs eingebaute Frontmotor-Anordnung mit Frontantrieb. Der Motor liegt longitudinal hinter der Vorderachse, aber das Getriebe sitzt vor dem Motor, zwischen Motor und Kühler. Das ist vergleichbar mit dem Citroën Traction Avant. Der Renault 4 brach mit der Tradition früherer Renault-Modelle wie dem 4CV, die Hinterradantrieb hatten. Die Entscheidung für Frontantrieb sorgte für bessere Traktion auf schlechten Straßen. Entscheidend für das französische Land, aber auch bestens geeignet für nordniederländische Nebenstraßen bei Midwolda oder Slochteren.
Der legendäre Schalthebel im Armaturenbrett
Wie funktioniert der Schalthebel im Armaturenbrett technisch? Die Folge des vor dem Motor sitzenden Getriebes ist, dass der Schalthebel aus dem Armaturenbrett kommt. Weil das Getriebe ganz vorn sitzt, laufen die Schaltstangen über den Motor hinweg. Das Differential sitzt im Getriebe selbst.
Dieser Hebel ist legendär geworden (siehe Foto unten). Nicht nur wegen der Position, sondern auch wegen dem, was die Leute damit machten. Er wurde zu einem praktischen „Haken“ für die Damenhandtasche oder für die Plastiktüte vom Chinesen. Man nannte ihn den „Kleiderhaken-Hebel“ oder „Regenschirm-Hebel“. Erst letzte Woche kam ein Herr in den Siebzigern, um unseren Grünen TL abzuholen. Er stieg ein, schaute auf den Hebel und fing an zu lachen. „Meine Mutter hat dort immer ihre Tasche aufgehängt“, sagte er. „Und wenn wir auf dem Markt gewesen waren, hingen dort die Einkaufstaschen. Dieser Hebel hat mehr getan als nur schalten.“ Wenn man zum ersten Mal in einen Renault 4 steigt, schaut man schon kurz erstaunt auf dieses kleine Hebelchen. Aber innerhalb von fünf Minuten merkt man, dass das Schalten intuitiv und leicht geht. Ich sehe das jedes Mal, wenn Menschen bei uns ein Auto abholen – erst dieser Blick von „wie funktioniert das?“, dann dieses Grinsen von „oh, das ist eigentlich ganz logisch.“
Das geschlossene Kühlsystem
Ein weiteres wichtiges Detail: Der Renault 4 bekam ein geschlossenes Kühlsystem. Das klingt simpel, aber für viele Autos dieser Zeit war das eine echte Neuerung. Es bedeutete weniger Wartung, kein regelmäßiges Nachfüllen von Wasser und geringere Überhitzungsgefahr. Das war ein wichtiger Teil von Dreyfus’ Forderung, dass das Auto wartungsarm sein musste.
Torsionsfederung und ungleicher Radstand
Der Renault 4 nutzt Torsionsstäbe für die Federung, vorn wie hinten. In den 1960er-Jahren war das eine gängige, aber effektive Technik. Die Federung gab dem R4 viel Federweg – ideal für das französische Land mit Schotterpisten und Unebenheiten.
Ein kurioses Detail: Der Radstand des Renault 4 ist nicht symmetrisch. Links ist der Radstand etwa 4 Zentimeter kürzer als rechts. Das lag daran, dass die quer eingebauten hinteren Torsionsstäbe Platz brauchten und auf der linken Seite andere Komponenten im Weg waren. Es klingt, als müsste das das Fahrverhalten beeinflussen – in der Praxis merkt man davon nichts. Es ist aber ein schönes Gesprächsthema bei einer Tasse Kaffee.

Modelle & Ausführungen
R4 und R4L (1961–1967): Die Basis
Bei der Einführung 1961 kam der Renault 4 in zwei Grundversionen: dem R3 (Export/Basis) und dem R4 (Standard). Kurz darauf wurde der R4L eingeführt – das L stand für „Luxe“. Dieser bot etwas mehr Komfort, bessere Verarbeitung und oft optionale Extras wie eine Heizung (was in den frühen 1960er-Jahren noch nicht selbstverständlich war). Die erste Serie hatte einen 603-ccm-Motor mit 23 PS, später ersetzt durch einen 747-ccm-Motor. Der R4L wurde so beliebt, dass viele einfach „4L“ sagten, wenn sie vom Auto sprachen. Daher der Beiname.
Technische Anpassungen (1967–1978)
1967 erhielt der R4 ein gründliches Facelift. Die charakteristischen runden Scheinwerfer wurden quadratisch (obwohl einige Exportmärkte weiterhin runde Lampen behielten). Der neue Kühlergrill war klarer und moderner. Außerdem kamen bessere Sitze, mehr Geräuschdämmung und verbesserte Bremsen.
Die GTL-Serie (1978–1992)
Der GTL, 1978 eingeführt, war die stärkste und luxuriöseste Ausführung des Renault 4. Mit dem 1108-ccm-Cléon-Motor (34 PS) war der GTL deutlich kräftiger als der Standard-TL (747 ccm, etwa 26–30 PS). Der GTL bekam außerdem:
- Bessere Sitze mit Kopfstützen
- Kunststoff-Seitenschutzleisten (Schutz vor Parkdellen)
- Später vordere Scheibenbremsen (statt Trommelbremsen rundum)
- Modernes Armaturenbrett-Layout
Der GTL war für Menschen gedacht, die den R4 auch auf der Autobahn nutzen wollten. Der TL blieb eine einfachere, günstigere Alternative – authentisch und praktisch, aber etwas weniger geeignet für lange Strecken. Unser Roter GTL bei Tonny’s Classic Drive ist die komfortablere Wahl, wenn du etwas weiter fahren möchtest. Die beiden TL sind dagegen ideal für alle, die das pure, ursprüngliche R4-Erlebnis wollen: einfach, robust und ganz klar 1960er/1970er.
Sondereditionen: Savane, Clan, Bye-Bye
Während seiner langen Produktionszeit brachte Renault zahlreiche Sondereditionen heraus, oft mit auffälligen Farben, zusätzlichen Optionen oder thematischem Styling:
- Savane (1980er): Safari-Thema, mit Sandfarben und abenteuerlichem Auftritt
- Clan (1989): Sportlicherer Look, um jüngere Käufer anzusprechen
- Bye-Bye (1992): Die allerletzte Serie, mit nostalgischen Details und „Abschieds“-Thema
Diese Editionen sind heute gesuchte Sammlerstücke. Sie sind selten – und wenn man ein Exemplar in gutem Zustand findet, hat man wirklich etwas Besonderes.

Varianten & Arbeitstiere
Fourgonnette: Der Renault-4-Kastenwagen
Die Fourgonnette war die Nutzfahrzeug-Version des Renault 4. Mit einem vollständig geschlossenen Laderaum, ohne hintere Seitenscheiben, war dies DER Lieferwagen für kleine Unternehmer, die französische Post und unzählige Handwerksbetriebe. Die Fourgonnette blieb lange in Produktion – oft länger als manche Pkw-Versionen – weil sie schlicht unverwüstlich war. Die Ladekapazität war gut, der Zugang über die Heckklappe perfekt, und der niedrige Anschaffungspreis machte sie ideal für Gründer. Viele dieser Autos sind leider durch intensive Nutzung und wenig Sentimentalität verschwunden. Eine gut restaurierte Fourgonnette ist daher selten und wertvoll.
Plein Air (1968–1970 und in kleiner Stückzahl bis 1980+)
Der Plein Air war eine extrem seltene offene Version des Renault 4. Im Gegensatz zu einem echten Cabriolet hatte der Plein Air kein Dach – nur ein Canvas-Verdeck, das man darüber spannen konnte. Er war für Freizeitnutzung gedacht: Strandfahrten, Campingplätze, Ferienparks.
Der Plein Air wurde hauptsächlich von Sinpar und ACL gebaut (nicht direkt von Renault). Die Produktionszahlen sind unklar, aber er bleibt ein ultimatives Sammlerstück. Einige Exemplare wurden auch als leichte militärische Aufklärungsfahrzeuge eingesetzt.
Weltweite Produktion des Renault 4
Frankreich als Kern-Produktionsstandort
Der Großteil der Renault 4 wurde in den Renault-Werken in Billancourt (später Flins) in Frankreich gebaut. Aber der R4 war ein Weltauto. Renault richtete Produktionseinheiten in verschiedenen Ländern ein, um lokale Märkte zu bedienen und Importzölle zu umgehen.
Produktion in Spanien, Slowenien und anderswo
- Spanien (FASA-Renault): Produktion von Renault 4 für den spanischen und portugiesischen Markt
- Slowenien (Revoz, früher IMV): Produktion bis 1994, wodurch Slowenien zum allerletzten Produktionsstandort wurde
- Argentinien, Mexiko, Kolumbien: verschiedene Varianten und Ausführungen für den südamerikanischen Markt
- Marokko (SOMACA): lokale Montage und später Produktion bis 1994
Die marokkanische Produktion ist besonders, weil Marokko ein riesiger Absatzmarkt für den R4 blieb. Selbst heute sieht man dort noch täglich Dutzende herumfahren. Das Auto passte perfekt zu den lokalen Bedürfnissen: günstig, robust, leicht zu reparieren.
Paris–Dakar und das unverwüstliche Image
Teilnahme an der Dakar-Rallye
Der Renault 4 ist kein Rallyeauto. Er ist ein Familienauto. Trotzdem wurde der R4 mehrfach stark modifiziert, um die Paris–Dakar zu fahren – eines der härtesten und erschöpfendsten Rennen der Welt. Obwohl der R4 nie einen Podiumsplatz erreichte (das waren vor allem Peugeot, Mitsubishi und später speziell gebaute Rallye-Trucks), war allein die Tatsache, dass modifizierte R4 dieses Rennen überhaupt beendeten, ein Statement. Es stärkte das Image: Dieses Auto ist nicht kaputtzukriegen. Die teilnehmenden R4 hatten verstärkte Karosserien, größere Tanks, verbesserte Fahrwerke und zusätzliche Unterfahrschutzplatten. Aber die Basis blieb erkennbar.

Ende der Produktion (1986–1994)
Warum endete die Produktion des Renault 4?
Gegen Ende der 1980er-Jahre war der Renault 4 technisch völlig veraltet. Moderne Autos hatten:
- Knautschzonen
- Airbags
- Katalysatoren (für Emissionsnormen)
- Verbesserte Sicherheitsstrukturen
Das Grunddesign des R4 stammte aus den späten 1950er-Jahren. Chassis und Karosserie ließen sich nicht auf moderne Standards bringen, ohne das gesamte Konzept über Bord zu werfen. Wirtschaftlich war das nicht machbar. Renault hatte inzwischen modernere Modelle wie den Renault 5 und den Clio, die als kompakte Volksautos den Staffelstab übernahmen.
Die letzten Renault 4 (Slowenien und Marokko, 1992–1994)
Die offizielle Produktion in Frankreich endete 1992. In Slowenien (Revoz) und Marokko (SOMACA) lief die Produktion jedoch noch eine Zeitlang weiter – wenn auch in sehr begrenztem Umfang. Der allerletzte Renault 4 rollte 1994 vom Band. Die letzten Exemplare bekamen oft spezielle Details oder Abschiedsplaketten (wie die „Bye-Bye“-Edition). Für Liebhaber sind diese letzten Autos emotional wertvoll: das Ende einer Ära.
Vermächtnis: Die 4L Trophy
Was ist die 4L Trophy?
Die 4L Trophy ist eine jährliche (meist im Februar) humanitäre Rallye, bei der Studenten mit alten Renault 4 von Frankreich nach Marokko fahren. Ziel ist nicht das Rennen, sondern das Bringen von Schulmaterial, Sportausrüstung und anderen wichtigen Dingen zu Schulen in abgelegenen Regionen Marokkos. Die Veranstaltung startete 1998 und ist seitdem enorm gewachsen. Jedes Jahr machen Hunderte Teams mit. Die Route führt quer durch Spanien und per Fähre nach Marokko; anschließend navigieren die Teams durch die Wüste.
Warum schafft der R4 das?
Man denkt vielleicht: ein alter Familienwagen durch die Wüste? Aber der Renault 4 ist dafür überraschend geeignet:
- Einfache Technik, die leicht zu reparieren ist
- Leichte Konstruktion (bleibt daher nicht so schnell im Sand stecken)
- Robuste Basis
- Geringe Kosten (Studenten können sich einen alten R4 leisten)
Natürlich werden die Autos für die 4L Trophy vorbereitet: zusätzliche Ersatzteile, verstärkte Befestigungen, bessere Reifen. Aber der Kern bleibt derselbe. Und jedes Jahr kommen Dutzende R4 ins Ziel – mehr als 30 Jahre nach ihrem Baujahr.
Moderne Wiedergeburt: Renault 4 E-Tech Electric
Konzept und Serienversion (2025)
2025 brachte Renault den Renault 4 E-Tech Electric auf den Markt – eine vollständig elektrische Interpretation des Originals. Es ist keine wortwörtliche Kopie, sondern ein moderner Hatchback, der Designelemente des klassischen R4 respektiert:
- Quadratische Scheinwerfer (erkennbar von den R4 der 1970er/1980er)
- Kompakte Abmessungen
- Praktischer Ansatz (Raum, Einfachheit, bezahlbar)
Der E-Tech Electric basiert auf derselben Plattform wie der Renault 5 E-Tech, mit einer Reichweite von etwa 400 km (je nach Ausführung). Das ist Renaults Art, das Erbe des R4 ins elektrische Zeitalter zu übertragen. Produziert wird er in Maubeuge (Frankreich), derselben Region, in der einst auch der originale R4 gebaut wurde.
Resonanz und Zukunft
Der Renault 4 E-Tech wurde von Liebhabern und der Presse gut aufgenommen. Sogar Finalist bei „The Car of the Year 2026“! Das Design ist modern, aber respektvoll, die Technik ist up to date, und der Preis ist konkurrenzfähig im Segment der elektrischen Stadtautos. Ob der neue R4 den ikonischen Status des Originals erreichen wird? Das wird die Zeit zeigen. Aber dass Renault dieses Modell wiederbelebt hat, zeigt, wie viel Wert die Marke auf das Erbe des Renault 4 legt.
Der Renault 4 heute: Fahrerlebnis und praktische Tipps
Fahrerlebnis: Zurück zu den Basics
Steigt man in einen Renault 4, ist der erste Eindruck immer: simpel. Keine moderne Elektronik, keine Klimaanlage, kein Tempomat. Was man aber hat:
- Einen Schalthebel im Armaturenbrett, den man innerhalb weniger Minuten beherrscht
- Leichtgängige Lenkung (keine Servolenkung, aber das Auto ist so leicht, dass es nicht nötig ist)
- Sehr gute Rundumsicht (große Fenster, dünne Säulen)
- Einen überraschend geräumigen Innenraum
Das Fahrerlebnis ist direkt und involvierend. Man spürt den Asphalt, man hört den Motor, man schaltet selbst. Genau das suchen Menschen bei einem klassischen Auto-Erlebnis.
Was man beim Fahren bemerkt
Der GTL (mit dem 1108-ccm-Motor) ist spürbar kräftiger als der TL. Für eine Runde durch die Stadt oder über ruhige Landstraßen macht das wenig aus, aber wenn man Richtung Autobahn fährt, merkt man den Unterschied. Der TL ist entspannt bis etwa 80–90 km/h; der GTL kann 100–110 km/h komfortabel schaffen (wobei „komfortabel“ relativ bleibt – es ist kein modernes Auto).
Der Schalthebel im Armaturenbrett ist am Anfang wirklich ungewohnt, fühlt sich aber schnell natürlich an. Erster Gang zu dir, zweiter von dir weg, dritter wieder zu dir, vierter wieder von dir weg. Rückwärtsgang hat oft einen Ring, den man anheben muss. Das Muster ist logisch, und innerhalb von fünf Minuten schaltet jeder flüssig.
Der Platz im Renault 4 ist überraschend. Mit nach vorn geschobener oder ganz herausgenommener Rückbank passt sogar ein Fahrrad hinein. Oder Einkäufe, Koffer, Campingausrüstung. Der flache Boden und die große Heckklappe machen ihn wirklich praktisch. Eine Runde durch Groningen, ein Ausflug zum Lauwersmeer, eine Tour über den Hondsrug – der Renault 4 macht daraus ein Erlebnis. Nicht weil das Auto nach modernen Maßstäben besonders schnell oder komfortabel wäre, sondern weil es dich zurück in eine Zeit bringt, in der Autofahren noch wirklich Autofahren war. Das ist es, was wir mit „Drive the Past, Create Timeless Memories“ meinen. In einem Renault 4 fährst du nicht nur durch die Landschaft – du fährst auch durch die Zeit. Und das Beste daran? Du kannst deine Eltern, deinen Partner, deine Freunde auf diese Reise mitnehmen.
Der Renault 4 bei Tonny's Classic Drive (für alle, die es erleben wollen)
Bei Tonny's Classic Drive in Groningen stehen drei Renault 4 bereit:
- Roter GTL – 1108-ccm-Motor, GTL-Komfort, perfekt für längere Fahrten
- Grüner TL – authentisches R4-Erlebnis für nostalgische Touren
- Weißer TL – klassisch und zeitlos, vielleicht das Auto deiner Eltern
Nach einer kurzen Erklärung steigst du selbstbewusst ein – keine Oldtimer-Erfahrung nötig.
Häufig gestellte Fragen zum Renault 4
Hast du eine Frage, die hier nicht dabei ist? Mail uns — wir kennen den Renault 4 aus der Praxis.
Wo kann ich einen Renault 4 mieten?
Bei Tonny's Classic Drive in Groningen haben wir eine große Auswahl an Renault 4. Wir sind an der Groningerweg 40 in Groningen ansässig, und von unserem Standort aus fährst du mit Hilfe unserer wunderschönen Routen sofort in die herrlichen Landschaften Groningens.
Warum heißt er 4L oder Quatrelle?
„4L“ verweist auf die Luxusausführung des Renault 4, den R4L. Dieser Name wurde so populär, dass viele das ganze Auto „4L“ nannten. „Quatrelle“ ist eine französische Verballhornung von „quatre-L“ (vier-L).
Was macht den Renault 4 zu einem frühen Hatchback?
Der Renault 4 hatte eine große Heckklappe (fünfte Tür), die Zugang zu einem flachen Laderaum gab. Dieses Konzept – ein kompaktes Auto mit praktischem Zugang zum Gepäckraum – machte ihn zu einem der ersten in Großserie produzierten Hatchbacks.
Wie funktioniert der Schalthebel im Armaturenbrett technisch?
Dadurch, dass das Getriebe vor dem Motor platziert ist, kommen die Schaltstangen über den Motor hinweg im Armaturenbrett heraus. Es wirkt merkwürdig, ist aber eigentlich die logische Folge des kompakten Frontantriebs-Layouts.
Warum ist der Radstand ungleich?
Die quer eingebauten hinteren Torsionsstäbe benötigten Platz. Auf der linken Seite war durch andere Komponenten weniger Raum vorhanden, wodurch der Radstand dort etwa 4 cm kürzer wurde. Das hatte keinen Einfluss auf das Fahrverhalten.
Was war der Unterschied zwischen TL und GTL?
Der GTL (1978) hatte einen stärkeren 1108-ccm-Motor (34 PS), bessere Sitze, Kunststoff-Seitenschutzleisten und später vordere Scheibenbremsen. Der TL war die Standardausführung mit dem 747-ccm-Motor. Der GTL war komfortabler und besser für Autobahnen geeignet.
Warum endete die Produktion?
Moderne Umweltanforderungen (Emissionsnormen) und Sicherheitsanforderungen (Knautschzonen, Airbags) machten es wirtschaftlich unmöglich, den R4 zu modernisieren. Das Grunddesign stammte aus den 1950er-Jahren und ließ sich nicht mehr auf moderne Standards bringen. Die Hauptproduktion endete 1992, mit begrenzter Weiterproduktion in Slowenien und Marokko bis 1994.
Was ist die 4L Trophy und warum schafft der R4 das?
Die 4L Trophy ist eine jährliche humanitäre Rallye, bei der Studenten mit alten Renault 4 nach Marokko fahren, um Schulmaterial zu liefern. Der R4 schafft das dank seiner robusten Konstruktion, der einfachen Technik, die leicht zu reparieren ist, und seiner bewährten Zuverlässigkeit.
Wie viele Renault 4 fahren noch herum?
Exakte Zahlen unterscheiden sich je nach Land und Zulassungspraxis. Klar ist jedoch, dass noch viele unterwegs sind – erkennbar an aktiven Clubs, Veranstaltungen wie der 4L Trophy und der Sichtbarkeit in Ländern wie Frankreich, Spanien und Marokko. Der R4 bleibt bei Liebhabern beliebt, weil er so einfach zu warten ist.
Wie ist das Schaltschema des Renault-4-Armaturenbrett-Schalthebels?
Das Schaltschema des Armaturenbrett-Schalthebels ist: erster Gang zu dir (unten), zweiter von dir weg (oben), dritter wieder zu dir, vierter wieder von dir weg. Rückwärts hat oft einen separaten Ring, den man anheben muss. Das Muster fühlt sich innerhalb weniger Minuten natürlich an.
Was sind bekannte Aufmerksamkeitspunkte beim Renault 4?
Beim Fahren und Warten eines Renault 4 sind die wichtigsten Aufmerksamkeitspunkte:
- Rost: vor allem in Kotflügeln, Schwellern und Bodenblechen (typisch für Autos aus dieser Zeit)
- Bremsen: abhängig von Baujahr und Ausführung. Frühe Autos haben häufiger Trommelbremsen rundum; spätere Ausführungen und manche Versionen bekamen vordere Scheibenbremsen
- Gummi und Elektrik: Kabelbaum, Stecker, Ladestrom (Lichtmaschine), Anlasser und Massepunkte sind nach 30–50 Jahren oft fällig
Die mechanische Basis ist robust und einfach zu warten.
Über diesen Artikel
Dieser Leitfaden wurde von Tonny's Classic Drive zusammengestellt, einer Mietflotte klassischer Autos in Groningen. Mit drei Renault 4 in unserer Sammlung (GTL und zwei TL-Ausführungen) teilen wir täglich Erfahrungen mit Mietern, die zurück wollen in die Zeit der „blauen Jeans“ der Autoindustrie. Unser Wissen entsteht durch intensiven Kontakt mit diesen Autos, gründliche Vorbereitung unserer Flotte und das Sammeln von Geschichten von Kunden, die mit dem Renault 4 aufgewachsen sind.